Das steckt wirklich hinter #allesdichtmachen

Auffallend ist, dass allein 7 der beteiligten Schauspieler:innen dadurch bekannt geworden sind, dass sie in der Serie „Tatort“, über die man genug weiß, wenn man die höfliche Kritik der englischen wikipedia („Tatort has not found wide distribution in non-German speaking countries“ ) liest, Rollen als Polizist:innen spielen. Bekannt ist außerdem, dass zu den Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung ein Erschöpfungssyndrom gehören kann. Man darf also vermuten, dass die Macher von #allesdichtmachen eine Krankheit, die in ihrer Sichtweise keine größeren Verheerungen anrichtet als das Betrachten einer beliebigen Tatort-Folge – dass man nach spätestens 15 Minuten in tiefen Schlaf fällt – als eher harmlos ansehen.

Wer will ihnen das vorwerfen? Berichte über die intellektuellen Leistungen von Schauspielern außerhalb ihres Faches sind insgesamt überschaubar.

Ein Philosoph schwurbelt sich an die Coronaschwurbler heran

Während die einen allenfalls darauf hoffen dürfen, etwas Besseres als den Tod zu finden, können sich die anderen leisten, das Leben nicht als der Güter Höchstes anzusehen, vor allem, wenn es sich nicht um das eigene handelt. Und so erklärt der Philosoph, pardon: „Schriftsteller, Philosoph, Publizist“ (wolfram-eilenberger.de) Wolfram Eilenberger in „liberal“, dem Magazin der Friedrich-Naumann-Stiftung: „Es gibt noch wesentlich üblere Schicksale als den Tod“, nämlich „das Schicksal einer Existenz, die dauerhaft jeder Form alltäglicher Selbstbestimmung und damit Eigensinnigkeit beraubt bleibt“. Es geht, natürlich, um Corona, um Kontktbeschränkungen und Masken, um Geschäftsschließungen und um Restaurants, die ihre Mahlzeiten nur zur Abholung bereit halten, oder, weil wir ja bei Philosophens sind, um den „Willen zur Freiheit in unsicheren Zeiten“ (so der Titel), denn „auch in Zeiten der Pandemie sollte man das nackte Überleben nicht zur alles bestimmenden Maxime erklären“ (so der Untertitel). Zwar interessiert sich Eilenberger herzlich wenig für die vorherrschende Einschränkung alltäglicher Selbstbestimmung, die Erwerbsarbeit, und er hat als „Gründungschefredakteur des Philosophie Magazins, (…) gefragter deutscher Intellektueller und auch gern gesehener Talkshowgast“ (wolfram-eilenberger.de) vielleicht auch einfach zu viel zu tun, aber die Zeit reicht doch immer, um bei Hannah Arendt nachzuschlagen, und dort vom „vollends unterdrückten Vegetieren als Daseinsform „lebendiger Leichname““ als „Zielzustand totalitärer Systeme“ zu lesen: „In Konzentrationslagern und Gulags, so Arendt, entstehen durch Überwachung, Furcht und Apathie menschliche Wesen, denen sukzessive jede Form der Spontaneität und Eigensinnigkeit ausgetrieben“ worden sei, ein Kollektiv „im permanent gewordenen Ausnahmezustand, das sich und sein Handeln ganz und gar im Zeichen des nackten Überlebens zu verstehen gelernt“ habe. Deutschland im Lockdown – ein einziges Auschwitz? So weit möchte der Herr Eilenberger dann doch nicht gehen: „Zwar gleicht nichts an der gegenwärtigen Pandemiesituation in Umsetzung und Ziel dieser Extremform“, und während man sich noch fragt, warum ein Vergleich, der nicht stimmt, bzw., so Eilenberger, „eine rhetorische Verheerung darstellt“, überhaupt herangezogen wird, folgt dem Zwar das unausweichliche Dennoch auf dem Fuße: „Dennoch muss aus liberaler Sicht immer wieder daran erinnert werden, dass nicht nur das Überleben, sondern vielmehr das gute und gerne auch bessere Leben das Ziel politischen Handelns bleibt.“ Es ist zu vermuten, dass mit dem „besseren Leben“ nicht der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, das Recht auf bezahlbares Wohnen oder gar der Schutz vor Ausbeutung gemeint ist, sondern das Abendessen im besseren Restaurant, der Besuch im Fußballstadion oder der Wochenendtrip ins Ferienhaus, also das Leben, das Eilenberger vor der Pandemie führte.

Und so hat sich der Ausflug zu Arendt und nach Auschwitz doch noch gelohnt: Eilenberger, dem der Mut zu #zerocovid bzw. einem „tief illiberalen Systemwechsel“ sehr verdächtig erscheint, empfiehlt stattdessen den „Zukunftsmut eines „schmutzigen Pragmatismus“ (…), der fern von Bürokratismus, Neid und Überregulierung (…) Lösungsstrategien des mündig eingegangenen Restrisikos“ entwickelt, womit nicht die täglichen Risiken der Spargelsaisonarbeiter oder der Pflegekräfte gemeint sind, sondern das Risiko, dass man der Kellnerin das Trinkgeld nicht mehr bar auf die Hand geben darf. Aber die ist ihr Restrisiko gewiss mündig eingegangen.

Es blieb ihr ja auch nichts anderes übrig. Und vielleicht hat sie ja auch noch das besondere Glück, zum Abschied eine der Weisheiten von Eilenberger zu hören: „Dass dieses Leben, womöglich sogar im nächsten Moment, für jeden einzelnen von uns enden mag, geht nicht damit einher, dass es nicht wert sei, lustvoll erkundet und erforscht zu werden.“ Vielleicht ist sie ja so höflich, ihm in den Mantel zu helfen. Oder, einfacher noch, sie befördert ihn im Geist des „schmutzigen Pragmatismus“ mit einem Tritt in den Hintern lustvoll auf die Straße.

Dass nicht nur deutsche Philosophen geradezu zwanghaft an Auschwitz denken müssen, wenn man sie dazu nötigt, zum Schutz der anderen eine Maske zu tragen, bewiesen zwei Teilnehmer der letzten Berlin Querdenkerdemo eindrucksvoll: Der eine trug die Mütze eines KZ-Häftlings, der andere hielt vor dem Holocaustdenkmal das Tagebuch der Anne Frank hoch und trug gleich zwei „Ungeimpft“-Judensterne.

Und deswegen kann auch ich „Merkels Einsperr-Gesetz“ (Bild) nicht gutheißen. Es kommt für die Deutschen 76 Jahre zu spät.

Was ist eigentlich der Herr Schuster für einer?

Der Herr Schuster ist nur ein Arroganter Mittläufer des Merkels Regime, ein Mann ohne Rückgrat, anbiedernd, schleimig und politisch korrekt. Ich hätte mir gewünscht, daß sich der Herr Schuster unmißverständlich äußert, ich war entsetzt über so viel Vergessenheit des Herrn Schuster. Ich erkenne hier wieder nur einen angepassten Heuchler, der die politisch korrekten Erinnerungslücken am rechten Fleck hat. Dieser Schuster ist höchst unfähig und höchst gefährlich, auch ein rhetorisches Desaster. Jedenfalls ist so ein Interview bestens dazu geeignet, das Vorurteil abzubauen, alle Juden seien intelligent.

Folge der Spur des Geldes. Wer fördert diesen Zentralrat? Wer fördert die jüdischen Verbandsfunktionäre und Verbände? Der Zentralrat der Juden in Deutschland erhält eine jährliche Unterstützung (allein) des Bundes in Höhe von 13 Millionen Euro, er beisst nicht die Hand, die ihn füttert. Dann weiß man warum der Herr Schuster systemkonform kuscht.

Der Zentralrat der Juden entpuppt sich immer mehr als NGO der Regierung und steht, für mich, mittlerweile auf einer Ebene mit der Amadeu Antonio Stiftung und hält jedem Vergleich mit dem Zentralrat der Muslime stand. Der Zentralrat d. J. scheint mir so eine EKD der deutschen Juden zu sein. Sozusagen Staatsjudentum. So aber wird das nichts, bei mir schaltet das Gehör bei den enischlägigen Verlautbarungen des Zentralrates schon lange auf “Durchgang”.

Für mich – als Nicht-Jude – schon lange unverständlich, wie willig und willfährig sich der Zentralrates der Juden in die Propaganda und die Storyteller des aktuellen Regimes (ich sage mit Bedacht: Regime anstatt Regierung) wie natürlich auch der Mainstream-Medien einspannen lässt: Auf keinen Fall darf man sich schlecht fühlen, schon gar nicht so schlecht wie Verfolgte während Deutschlands braunem Sozialismus, sonst ist man – man staune – Antisemit. Wie naheliegend ein derartiger Vergleich leider ist, kann man in verschiedenen Videos sehen. Erst vorgestern wurde eine friedliche Querdenkerin plötzlich von mehreren Polizisten zu Boden gedrückt, dann mit äußerster Gewalt in einen Polizeiwagen und dort in einen winzigen dunklen Raum gepresst. Die Frau schrie aus Leibeskräften und wurde erst nach Stunden wieder befreit. Insofern halte ich den Herrn Schuster für einen merkellanischen “Büttel”, immer Regimetreu, mit Verlaub.

Das schreit doch förmlich nach einer Sonderzahlung und einem fetten Bienchen im Mutti-Heft. Da fließen Steuergelder, also heißt es Pfötchen geben. Das dumme Geschwätz des Herrn Josef Schuster lässt sich leicht erklären: Zentralrat = Steuergeldempfänger = Abhängiger von der Merkelclique = abhängig vom grünlinken Mainstream. Daher für mich ,, Josef Schuster„ ein seltsamer Präsident der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Das ist es was ich wirklich am Judentum nicht mag. Es kennt die Vergebung nicht. Und das ist es auch was den Hass auf das Judentum immer wieder schürt. Mit solchen Aussagen liefern sie in meinen Augen jedem Judenhasser das Argument das fehlt um von Hass zu Gewalt zu wechseln. Das ist alles. Der Herr Schuster will doch nur Lieb-Kind bei der Propaganda-Abteilung von Frau Merkel sein. Dort darf er über das schwierige Dasein eines Kapo referieren. Die jüdische Gemeinde hält offensichtlich nichts von Demokratie und duckt sich auch weg. Aus der Geschichte wieder nichts gelernt.

Wie auch andere meiner Zitatcollagen beruht diese auf Leserzuschriften der rechten Website Achse des Guten, genauer: auf Reaktionen zu einem Text Henryk M. Broders, in dem dieser sich – einmal mehr – mit Josef Schuster auseinandersetzt, der den Antisemitismus in der „Querdenker“-Szene kritisierte. Bis auf eine seiner Aussagen („Mit Verlaub, die Äußerung, der Antisemitismus sei Teil der deutschen DNA, also vererbt und damit jeder Deutsche per se ein Antisemit, ist hanebüchener Unsinn“) erntete Broders Text breite Zustimmung. Dabei finden sich, weil die Gelegenheit offenbar günstig war, in den über 70 Leserbriefen, auch wenn deren Verfasser diesen Vorwurf weit von sich weisen würden, mehr oder weniger offen antisemitische Untertöne, zum Beispiel die Behauptung, Juden seien am Antisemitismus selber schuld. Diese Textbausteine habe ich, mit einem Titel, der ebenfalls ein Zitat ist, neu arrangiert. Nichts ist erfunden, keiner dieser Leserbriefe wurde gelöscht, alles ist, Ende 2020, deutsche Wirklichkeit.

Hat der Attentäter von Halle Wolfgang Pohrt gelesen?

Heute hat das Oberlandesgericht Naumburg den Rechtsterroristen Stephan B. wegen des Anschlags auf die Synagoge in Halle und der Ermordung zweier Menschen zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Über seine Motive hat er sich ausführlich geäußert, so habe er ursprünglich geplant, dem Vorbild des Attentäters von Christchurch nachzueifern, der ein Massaker in zwei Moscheen anrichtete und 51 Menschen ermordete. Davon habe er aber Abstand genommen und sich entschlossen, einen Anschlag auf Juden auszuführen, da diese nicht nur hinter allem steckten, was er ablehne, sondern auch die Flüchtlingskrise 2015 ausgelöst hätten. Erst als dieser Anschlag scheiterte, sei er wieder auf „Nahöstler“ in einem Dönerladen ausgewichen und versuchte anschließend einen Somalier mit seinem Auto zu überfahren. Während der Gerichtsverhandlung bedauerte er einzig, dass seine beiden Todesopfer keine Migranten gewesen seien.

Das Denken dieses Mannes, der hinter der Migration das Treiben der Juden vermutet, ist so neu nicht. Schon Hitler verknüpfte in „Mein Kampf“ Rassismus mit Antisemitismus: „Juden waren und sind es, die den Neger an den Rhein bringen, immer mit dem gleichen Hintergedanken und klaren Ziele, durch die dadurch zwangsläufig eintretende Bastardisierung die ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören.“ Heute heißt es nicht mehr „Bastardisierung“, sondern „großer Austausch“, die dahinter stehende Ideologie bleibt aber mörderisch, wie der Anschlag von Halle gezeigt hat.

Und es scheint, als habe einer der wichtigsten politischen Schriftsteller der BRD, Wolfgang Pohrt, die Verknüpfung von Islamhass mit Antisemitismus vorausgesehen. 2013, als diese Website noch nicht völlig zur Abwurfstelle rechtsextremer Trashtexte verkommen war, veröffentlichte die „Achse des Guten“ einen Brief von Pohrt an Broder, in dem sich der folgende Satz findet: „Islamophobie ist eine Art Aufbautraining für schwächelnden Antisemitismus. Bei den Moslems risikolos üben, und dann, wenn man es kann: »Ist Israel nicht auch ein Gottesstaat? Wie ist das mit Ehe und Scheidung? Sind die Juden nicht genau so fanatisch wie die Moslems?« Etc. Kannst Du alles heute schon in den Foren nachlesen.“ Ob der deutsche Antisemitismus jemals schwächelte, mag man angesichts der Tatsache, dass es mit Thilo Sarrazin und Jakob Augstein in dieser Zeit gleich zwei Deutsche in diesen Jahren auf die Liste des Wiesenthal-Zentrums schafften, bezweifeln, aber mit den Geflüchteten, die mehrheitlich als Muslime wahrgenommen werden, fand er ein neues Thema: „Der Jude George Soros unterstützt finanziell die Umvolkung“ vermeldet ein rechtsradikales Internetlexikon und aus Österreich schaltete sich 2018 der damalige Vizekanzler Strache zu: „Soros hat Sieben-Punkte-Plan zur Massenmigration nach Europa und finanziert linkes Establishment.“ Weitere Beispiele aus Foren – auch von der „Achse“, die ich hier (https://www.fischundfleisch.com/thomas-schweighaeuser-ex-gotha/coronademo-machts-moeglich-die-achse-feiert-antisemiten-67073) bereits behandelt habe – erspare ich dem Leser und empfehle ihm stattdessen nachdrücklich die Lektüre der Werke Wolfgang Pohrts, der heute vor zwei Jahren starb.

Postscriptum: Um auf die im Titel behandelte Frage einzugehen: Eher nicht.

Heute vor 40 Jahren: Ein antisemitischer Doppelmord

Shlomo Lewin, 1911 geboren, verlor früh seinen Vater, einen Feldrabbiner, der im 1. Weltkrieg fiel. Er studierte Religionspädagogik und arbeitete als Lehrer, bis er vor den Nazis fliehen musste. In Frankreich arbeitete er ebenfalls als Religionslehrer, bis er 1938 nach Pälastina auswanderte und 10 Jahre später als Soldat für den neuen Staat Israel kämpfte. Bis 1960 arbeitete er dort, unter anderem als Beamter in einem Ministerium. 1960 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde Verleger und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg, engagierte sich für den jüdisch-christlichen Dialog und, als rechte Gruppen 1977 einen „Auschwitz-Kongress“ mit dem Holocaust-Leugner Thies Christophersen in Nürnberg, der „Stadt der Reichsparteitage“, planten, antifaschistisch.

Drei Jahre später, am 19.12.1980, wurde er ermordet. Als es abends an seiner Haustür klingelte und er öffnete, schoss ihm sein Mörder in den Körper und tötete ihn und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke anschließend mit gezielten Kopfschüssen. Monatelang ermittelte die nürnberger Polizei im Umfeld der Israelitischen Kultusgemeinde, Medien spekulierten über eine Tat des Mossad und erst eine am Tatort aufgefundene Brille erwies sich als Spur ins neonazistische Milieu. Sie gehörte Franziska Birkmann, der Lebensgefährtin von Karl-Heinz Hoffmann, dem Anführer der erst vor kurzem verbotenen „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Sie sei von Uwe Behrendt entwendet worden, einem Mitglied der Wehrsportgruppe, der im September 1981 im Libanon Selbstmord begangen hatte. In einem anschließenden Prozess wurde festgestellt, dass Behrendt als Einzeltäter gehandelt habe, Hoffmann allerdings wegen verschiedener anderer Delikte zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt, aus der er nach 6 Jahren auf Bewährung entlassen wurde. Unmittelbar nach seiner Freilassung wies er, als der „Spiegel“ ihn interviewte, mit einem zynischen Vergleich noch einmal jede Beteiligung am Doppelmord von sich: „Schauen Sie, wenn ein Angehöriger der Rheinarmee mit seinem Panzer Amok fährt, geht doch auch niemand zu Prinz Charles und macht ihm Vorwürfe.“ Auch auf den Hinweis, dass Gundolf Köhler, der Attentäter vom Münchner Oktoberfest, mit der Wehrsportgruppe in Kontakt stand, reagierte Hoffmann auf seine Weise: „Warum geht denn niemand zu dem Kommandeur der Bundeswehr, wo der Herr Köhler in der Zeit vor dem Attentat tatsächlich seinen Dienst gemacht hat? So sieht es doch aus.“

Hoffmann, der zur Zeit des Attentats im fränkischen Schloss Ermreuth, das in der Nazizeit als Gauführerschule genutzt wurde, residierte, zog nach der „Wende“ nach Kahla um, betrieb dort eine Gaststätte, in der auch Ralf Wohlleben aus dem Umfeld des NSU einkehrte, und kaufte das Rittergut Sahlis, das dem antisemitischen Dichter Börries von Münchhausen gehört hatte. Bis heute hat er engen Kontakt zu Nazikreisen.

In Erlangen erinnert lediglich der Name einer Grünanlage, in der man grillen kann und in der eine „mobile Toilette“ aufgestellt ist, an Shlomo Lewin und Frida Poeschke. Hinweise auf die Umstände ihres Todes fehlen allerdings.

Postscriptum: Die polizeilichen Ermittlungen, bei denen viel Zeit dadurch verloren wurde, dass man Nazis als Täter ausschloss, erinnern fatal an die „Pannen“ (ich setze den Begriff in Anführungszeichen, denn für eine Panne kann man nichts) bei den Ermittlungen zum „Nationalsozialistischen Untergrund“. Auch damals suchte man nach den Tätern zuerst im Umfeld der Opfer.

K und M oder: Unterschiedliche Meinungen zu zwei ehemaligen inoffiziellen Mitarbeiterinnen des Ministeriums für Staatssicherheit. Eine Zitatcollage

Wer soll denn das sein auf dem Bild ? Die greislichen Hände, der Hals, die Lippen, schlimmer als ein Vampir. So was häßliches habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Das Bild dieser Frau spricht Bände, dieser Dame möchte ich nicht im Dunkeln begegnen. Daß solche widerwärtigen Personen wie K sich ans Licht der Öffentlichkeit wagen können, statt sich möglichst unauffällig im Alltag zu bewegen, um nicht erkannt zu werden, läßt tief blicken. Oft stimmt es eben doch, vom Äußeren auf den Charakter zu schließen.

Ja, meine Sympathien gehören Monika M – der Schriftstellerin und dem Menschen. Frau M hat Charakter gezeigt und bezahlt jetzt den Preis. Ich vertraue einfach in und habe Respekt vor dieser Person. Monika M hat immer sehr gut geschrieben, literarisch hoch interessant und sie hat immer sehr viele Publikationen hervorragend formuliert. Ich werde sie weiterhin lesen mit vollem Genuß.

Doch, das Aussehen ist mit entscheidend. Es ist teilweise auch Spiegel der Seele. Hinter einer hässlichen Fratze verbirgt sich in der Regel auch ein hässlicher Charakter. Abgesehen davon, dass mich das Bildnis von K zum Kotzen reizt, weil es alle Nuancen einer menschenverachtenden Persönlichkeit in sich vereint, widert mich die Tatsache an, dass gerade eine Frau mit solch‘ Charakter und Vergangenheit von Merkel auf den deutschen Bürger losgelassen wird.

Monika M ist in der DDR sozialisiert worden. In der DDR wurde M nicht verlegt, jetzt wieder nicht. Für eine DDR 2.0 dürfte sie kaum zu begeistern sein. Was ist da passiert : Ist die Geisteshaltung der Stasi auferstanden und hat den Fischerverlag übernommen?… Die Mittel der kulturmarxistischen Propaganda sind Hass, Hetze, Denunziation, Zersetzung und Ächtung.

Denunziation und Verrat, die Haupttätigkeiten der Stasi-Spitzel feiern im System Merkel fröhliche Urständ. Das ist eine Zermürbung-und Diffamierungstechnik, die einem bekannt vorkommt. K bringt ihre ganze “Erfahrung” ein, das ist nicht zu übersehen. Während sich die Stasifrau hinter ihrem Judentum versteckt, fällt auch das letzte Tabu, um stinknormale Bürger, die es wagen, für ihre Freiheit und Demokratie einzusetzen, zu denunzieren, zu stigmatisieren und zu kriminalisieren. Kritiker der überzogenen Corona-Maßnahmen sind Antisemiten. Dämlicher und dreister geht es nun wirklich nicht. Ein gelber Stern und eine junge Frau die sich wie Anne Frank sind wirklich kein Antisemitismus.

Jetzt hat es auch sie erwischt. Monika M. Wird gemäß der Merkelchen “Völkischen-Links-Beobachter“ in bewährter Blockwartmanier als “politisch unberechenbar“ abklassifiziert. Den Gutmenschen-Haltungsmoralisten-Modernisierungsgewinnern-Globalisierungssiegern war sie eh ein massiver Dorn in deren tiefrot-&-linkslastigen-Islamauge. Es ist eindeutig Cancel Culture. Ich klebe mir demnächst, wenn Achgut endlich mal das “A” als Aufkleber rausgibt, statt eines Judensterns dieses “A” auf mein Auto.

Der perfide Mißbrauch des Holocaust, um freiheitsliebende Bürger mundtot zu machen, ist der vorläufige denunziatorische Höhepunkt innerhalb der Transformation der Republik zu einer Demokratur. Zum Thema Frau K u. Co. stellt sich die Frage, warum so jemand nicht exkommuniziert wird. Damit könnte man einen klaren Strich durch jene AGITPROP Nummer. ziehen die gezielt mit dem Feuer des Antisemitismus spielt. Der Name George Soros als Beleg für den Antisemitismus der Querdenker fehlt nun noch. Ich wette, dass Genossin K auf der Paylist des Oligarchen Soros steht.

Es gab in Deutschland Zeiten, in den sich Kinder von ihren Eltern ‘distanzieren’ sollten, weil diese ‘Staatsfeinde’ und ‘imperialistische Agenten’ waren. Es gab in Deutschland Zeiten, in denen sich der Ehemann von der Ehefrau (bzw. umgekehrt) scheiden lassen sollte, weil er/sie ‘jüdischen Blutes’ war. Es hat den Anschein, daß wir Heutigen Zeugen werden, daß diese überwunden geglaubten Zeiten der ‘guten Deutschen’ wiederkehren: Liebe Frau M, das ist die neudeutsche Variante der alten ‘spiel nicht mit den Schmuddelkindern’ – Nummer. Wobei die Schmuddelkinder die sind, welche die falsche Gesinnung haben.

Diese unsägliche Stasi-Tusse. Ja, es gibt die Schandflecken in der Geschichte der Juden in Deutschland. Schrecklich, dieser etablierte Schmutz um Anetta K, furchterregend, von wem ihr Hetzinstitut finanziert und genutzt wird. Ihre Berater und Unterstützer, allen voran die globalistischen Kanzlerflüsterer und Soros können einem Angst machen! Wie kommt es, dass diese ehemalige SED-Petze vom Steuerzahler alimentiert wird, um in diesem Deutschland gegen Regierungkritiker zu hetzen und als Antisemiten zu verleumden? Wem will man das noch verkaufen? Der Schaden den Juden in solchen Rollen anrichten ist immens, wenn es am Ende darum geht, die berechtigte Wut Unterdrückter auf den jüdischen Glauben umzulenken. Einmal Anetta – immer Anetta. Es ist der Kampf gegen Demokratie und Grundrechte, der Markenkern der hidden Agenda der Achse Soros-Merkel-K!

Sage mir keiner, wo tatsächlich ein dem Nazismus ähnelndes Agieren zu verorten ist. Virtuelle Bücherverbrennung! Monika M war als Autorin in der DDR nicht gelitten. Und jetzt wieder. Ein letztes Alarmsignal! I cancel the cancel culture!

Antisemitismus und Anetta hängen untrennbar zusammen. Die Meinungen spalten sich nur bei der Frage, was Ursache ist und was Wirkung. Das sitzt halt drin. Was sollen wir bloß dagegen tun?

(Der Text basiert auf Leserzuschriften auf der Internetseite „Achse des Guten“ zu Anetta Kahane und Monika Maron. Beide sind ehemalige inoffizielle Mitarbeiterinnen des MfS, welche diese Tätigkeit von sich aus beendeten.)

Relativieren eines Menschheitsverbrechens

Man kennt die Bilder: „Ungeimpft“ steht in dem Judenstern, den Demonstranten gegen die Coronamaßnahmen tragen, in Sträflingskostüm und mit dem Schild „Maske macht frei“ trat ein Mann in Köln auf und in Karlsruhe verglich sich ein Mädchen mit Anne Frank, weil es seine Geburtstagsfeier heimlich hatte feiern müssen. Zwar drohte ihr nicht der Tod in Bergen-Belsen, sondern allenfalls ihren Eltern ein Bußgeld, aber man nimmt es derzeit nicht so genau, wenn man darauf hinweisen will, dass man als Deutscher ganz besonders leidet, wenn man dazu gebracht werden soll, Rücksicht auf andere zu nehmen. Und so fühlte sich auch in Hannover eine Rednerin „wie Sophie Scholl“ und wurde in der Folge nur im Internet verspottet, nicht aber vom Volksgerichtshof verurteilt. Der aber erlebte, so ein Blog gegen „Coronoia“, seine Wiederkehr als Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, da säßen nämlich „Freislers Erben“.

Die Häufung mag auf den ersten Blick erstaunen, wird aber verständlich, wenn man diese Relativierungen nicht als Mittel, sondern als Zweck der zahlreichen Demonstrationen ansieht. Die „Querdenker“ wären demnach eine deutschnationale Erweckungsbewegung, die darum kämpft, den von Nazis beschworenen „Schuldkult“, bei dem es sich immer schon um einen Mythos gehandelt hat, zu überwinden. Denn wenn die Shoah nichts anderes ist als ein schweigend verbrachter Kindergeburtstag, kann sie getrost als eine von vielen kleineren Katastrophen verbucht werden, die es in der Menschheitsgeschichte immer schon gegeben hat. Ist passiert, kann man nichts dran ändern, aber wir machen jetzt weiter. Ist es ein Wunder, dass sich Nazis an diese „Bewegung“ anschließen, da sie ahnen, dass da nicht quer, sondern stramm geradeaus gedacht wird?

Islamhass meets Schwulenwitz

Eine Episode aus dem digitalen Leben: Irgendwann in den 2010er Jahren war es, da veröffentlichte einer dieser alten weißen heterosexuellen Männer, die damals begannen, im Trollen den verlorenen Lebenssinn zu suchen und zu finden, auf einem mittlerweile eingeschlafenen Blog das Bild, das Mahmoud Asgari und Ayaz Marhoni im Moment vor ihrer Hinrichtung zeigt. Was ihm dazu einfiel, war ähnlich obszön wie die Untertitelung, welche die Bild-Zeitung einst gefunden hatte („Hier werden 2 Kinderschänder gehängt“ ), nämlich ein lustig gemeintes Wortspiel, in dem die Empörung, die er sonst beim Thema Islam an den Tag legte, kaum zu spüren war. Es entspann sich darauf ein Streit, bei dem mich die Beharrlichkeit, mit welcher der Witzereißer seine nachträgliche Verhöhnung zweier junger Männer – sie waren 16 bzw. 18 Jahre alt, als sie starben – verteidigte, nicht wenig erschütterte. Er wolle doch nur vor dem Islam warnen, schrieb er, und davor, dass der in Deutschland sich ausbreite. Was die barbarische Politik der Islamischen Republik Iran mit der in Deutschland lebenden muslimischen Minderheit zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht, auch ist Homophobie kein ausschließliches Problem von Muslimen.

Warum also diese witzig gemeinte Verhöhnung zweier Opfer des islamisch-faschistischen Regimes? Warum meint man, ihnen auch noch im Moment des Todes die Würde rauben zu müssen? Hatte es vielleicht damit zu tun, dass die beiden Opfer des staatlichen Mordes in den Augen des Witzbolds doppelt marginalisiert sind, zum einen schwul, zum anderen muslimisch, und meinte er, dass es daher nicht schaden könne, sie zur Zielscheibe seiner Häme zu machen? Sind sich Islamisten und Islamhasser demnach in ihrem Hass auf jeden, den sie als „minderwertig“ und „fremd“ wahrnehmen, ebenso ähnlich wie in ihrer Vergötzung von Autoritäten?

PS: Der Mann ist heute in der AfD und schreibt bei einem Stadtverband weiter.

Unwort des Jahres – Mein Vorschlag: „Opferanspruchsideologie“

In der Verrohung der Sprache spiegelt sich die Verrohung einer Gesellschaft wider, selbst wenn es diese, nach den Worten der neoliberalen Säulenheiligen Margaret Thatcher, gar nicht geben sollte. Das oben zitierte Wort von der „Opferanspruchsideologie“, eines dieser vielen zusammengeklebten Substantive aus Substantiven, die im Unklaren lassen, ob das Opfer nun Ansprüche erhebt oder hat und welche Rolle die Ideologie – ein im Deutschen merkwürdigerweise negativ besetzter Begriff – überhaupt dabei spielt, dieses sehr eklige deutsche Wort findet sich in einem Artikel, den die „Süddeutsche Zeitung“ vor einigen Tagen über einen Pianisten veröffentlichte, der sich die Freiheit nimmt, politisch gegen die AfD und Antisemitismus zu twittern. Deswegen wird ihm, weil er sich weigert, Kryptonazis und Antisemiten mit Verständnis zu begegnen, unterstellt, er gebe sich selbst „ein opfermoralisch begründbares Recht auf Hass und Verleumdung“. Und hier wird nicht nur die Sprache ekelig, sondern auch die dahinter aufscheinende Gesinnung, denn wer könnte guten Gewissens zumal Menschen jüdischen Glaubens das Recht auf Hass absprechen? Wer könnte nicht verstehen, dass man nichts als Verachtung empfindet für ein Land und seine Bewohner, die aus der Shoah nichts gelernt zu haben scheinen?

Inzwischen hat die Süddeutsche Zeitung um Entschuldigung gebeten: „Harte Kritik gibt es in der Redaktion am Begriff ‚Opferanspruchsideologie‘, der nach dem Wortlaut des Textes zwar auf soziale Medien allgemein bezogen sei, aber so verstanden werden könne, dass er Levit gilt.“ Die diffuse Trennung zwischen einer einzelnen Person einerseits und dem Auftreten in sozialen Medien andererseits kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass jedem, der gegen Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus vorgeht, weil er auch persönlich davon betroffen ist, vorgehalten wird, er oder sie möge dies doch gefälligst nicht auf Kanälen (Twitter) tun, auf denen man wahrgenommen wird. In der Konsequenz heißt dies, dass die wahren Experten in Sachen Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus diejenigen sind, die sich sowieso als Experten für alles begreifen: alte weiße Männer. Und die sind weder Opfer noch haben sie irgendeine relevante Ideologie, nur sehr viele Ansprüche.

Postscriptum: Die SZ wird von den richtigen Leuten richtig verstanden: Auf „Titschis Einblick“, dem G-Punkt-Fachmagazin, wird die „Opferanspruchsideologie“ als „das ewige Jammern auf Twitter über angebliche Benachteiligung“ gelesen, die AfD-Edelfeder Klonovsky erklärte (was diese Typen sich jetzt bereits alles trauen!), dass, wer nichts gegen die AfD schreibe, auch nichts zu befürchten habe („Niemand hat Levit bedroht, bevor er sich auf verleumderische Weise in den virtuellen Kampf gegen die Untermenschen zur Rechten stürzte.“ ) und, weil es immer noch etwas tiefer geht, auf der „Achse des Guten“ wurde der Pianist als „Staatskünstler“ bezeichnet und in eine Reihe mit Gründgens, Furtwängler oder George gestellt.

Freiiiiheit – Sketches of Coronaland

Morgens um 6 vor dem Pendlerzug: Vier dunkle Polizistengestalten warten auf dem Bahnsteig, vier mit Schulterpolstern ausstaffierte Drohkulissen. Ein Mann ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz tritt aus dem Zug und erklärt ihnen ungefragt: „Ich hab‘ ein Attest.“ Vorauseilender Gehorsam? Angst? Aber die vier bulligen Gestalten haben es gar nicht auf ihn abgesehen, sondern auf einen jungen Mann im Kapuzenpulli, der sich aus irgendeinem Grund mit der Schaffnerin angelegt haben muss. Keine Maske? Nicht einmal ein Attest? Die Polizisten durchleuchten seine Hosentaschen und seinen Rucksack. Suchen sie nach Drogen, einem Ausweis oder doch nur nach der fehlenden Maske? Wahrscheinlich haben sie sich die Jagd auf Verbrecher früher auch anders vorgestellt.

Eilmeldung von früher: Der amerikanische Präsident hat Corona! Und alle so: Bloß jetzt keine Schadenfreude! (Überlebt hat er‘s ohnehin.) Warum aber eigentlich nicht? Faschisierung heißt immer auch Verrohung und warum sollte ausgerechnet jemand, dem dieser Prozess nicht schnell genug gehen kann, diese Verrohung weniger spüren als andere? Und überlebt hat er‘s ohnehin.

Vera Lengsfeld, die in allen Parteien, in denen sie Mitglied war (SED, Grüne, CDU), keinen stärkeren Eindruck hinterlassen hat als die Erleichterung bei ihrem Fortgang, berät das deutsche Kapital: „Nicht das Virus, die erratischen Entscheidungen der Politik ruinieren unsere Wirtschaft. Erstaunlich ist nur, wie wenig Widerstand sich dagegen regt. Ist den betroffenen Unternehmen wirklich nicht klar, dass sie spätestens dann ruiniert sind, wenn die staatliche Hilfe ausfällt?“ Vielleicht ist „unserer Wirtschaft“ doch klarer als Lengsfeld, dass die Folgen eines unkontrollierten Ausbruchs immer noch heftiger sein würden als die derzeitigen moderaten Restriktionen resp. die „Beschneidung unserer Bürgerrechte“ (Lengsfeld).

Die sind ja alle, trotz Studiums der BWL, nicht komplett blöd.

Selbst die Kanzlerin hört auf sie.

Kleine Freuden: Auf dem Weg zum Wochenmarkt die Maske schon etwas eher aufsetzen und damit zwischen Publikum und Podium der örtlichen Querdenken-Demonstration hindurchspazieren. Da nimmt man die bösen Blicke und Beschimpfungen gerne in Kauf.

Schrecklich aber der Musikgeschmack dieser Herrschaften. Deutsche Großmeister des Pop, von denen das Ausland zu Recht keine Kenntnis nehmen möchte, begannen oft mit Novelty Songs („Currywurst“, „Dicke“, „Bodo Ballermann“), bevor sie sich den wichtigen Themen der Menschheit widmeten, so der deutschen Teilung und ihrer Überwindung (Lindenberg), generell dem Thema „Mensch“ (Grönemeyer) oder eben der „Freiheit“ (Müller-Westernhagen), welch letzteres Lied auch auf der örtlichen Querdenken-Demo gespielt wird. Geht es nicht eine Nummer kleiner? Nein? Oder wenigstens leiser?

„Ein bisschen mehr Abstand fände ich gut“. Am Samstag ist ein Feiertag, so dass an diesem Freitagabend der Supermarkt voller als sonst ist. Mit diesem Satz möchte ein Mann mittleren Alters einen anderen Kunden davon abhalten, vor dem Käseregal, dessen Auslagen er ausgiebig mustert, zu nahe zu kommen. Der gibt ihm eine scharfe Antwort, die ich nicht verstehe. Ob die beiden sich jetzt prügeln? Nein, man weicht voreinander zurück und der Mann mittleren Alters kann sich wieder seinem kleinen Sohn widmen, der, übrigens ohne Mund-Nasen-Schutz, seinen eigenen kleinen Einkaufswagen schiebt und pausenlos davon erzählt, was er in den schon alles geladen habe.

Das Repertoire der Mikroaggressionen ist also um eine Variante reicher.

Wenn Freiheit in einem Land, in dem darunter auch das oft tödliche Rasen auf der Autobahn oder das lärmende Fahren mit Motorrädern begriffen wird, nichts anderes als den Verzicht auf einen Mund-Nasen-Schutz bedeuten soll, dann hätte Marius Western-Müllerhagen (o.s.ä.) lieber über „Rücksichtslosigkeit“ singen sollen.

Aber mach‘ dazu mal einen gescheiten Refrain.